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Sie sehen den Artikel: Saubere Sache. Veröffentlicht am: 08.11.2011
 

Saubere Sache

In verschiedenen Regionen dieser Welt sind Photovoltaik-Anlagen diversen Einflüssen aus Natur und Umwelt ausgesetzt. Dies reicht von Sandstürmen in der Sahara bis zu einer zentimeterdicken Schneedecke in den USA und Europa. Darüber hinaus können sich – je nach Standort – im Laufe der Zeit weitere Schmutzeinträge auf den Modulen niederschlagen. Vogelkot zum Beispiel, Moos, Getreidestaub oder Industrieabgase. In unterschiedlicher Ausprägung beeinträchtigt jede Form von Schmutz den Lichteinfall und dadurch die elektrische Leistung der Zellen. Viele Betreiber fragen sich, inwiefern dies den Ertrag ihrer Anlage mindert und wie sie die Module effizient reinigen können. Der deutsche Qualitätshersteller SCHOTT Solar hat für seine Kunden genau aufgeschlüsselt, wie sie die Module am besten reinigen können und was es dabei zu beachten gilt.

Wie problematisch verschmutzte PV-Module tatsächlich sein können, ist derzeit noch recht wenig erforscht. Dies gilt vor allem für derzeit noch exotische Standorte wie Wüstenregionen. Verschiedene Hersteller haben zwar im Labor getestet, wie gut die Module der abschleifenden Wirkung von Sand und Staub widerstehen. Doch wie sich dies langfristig auf den Stromertrag auswirkt, etwa an Standorten mit extremem Staub wie in Afrika, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Hier müssen erst Testinstallationen zeigen, welche Herausforderungen im Einsatz vor Ort entstehen.

Für das gemäßigte Klima in Europa, Nordamerika und Ostasien dagegen verfügen die Hersteller bereits über deutlich mehr Praxiserfahrung. Obwohl auch hier immer Verschmutzung entsteht, sorgen Regen und Wind bei einem Neigungswinkel von mehr als 10 Grad für den so genannten Selbstreinigungseffekt. Experten schätzen, dass sich die Leistung der Anlage in diesen Fällen um maximal 3 Prozent mindert – die Kosten für eine Reinigung würde dies nicht aufwiegen. Dennoch gilt natürlich: Wenn viele Bäume in der Nähe stehen und sich Blätter auf den Modulen sammeln, sollten diese möglichst schnell entfernt werden.

Einer größeren Herausforderung als losem Blattwerk sehen sich viele Landwirte gegenüber. Betreiber berichten von einem schwarzen Film auf den Modulen, der sich nur schwer lösen lässt. Zudem können sich Schmutzstreifen entlang des unteren und seitlichen Modulrahmens bilden. Ähnliches beobachtet man in Industriegebieten mit vielen Abgasen, an Küsten mit salzhaltiger Luft sowie in sandigen und staubigen Regionen mit wenig Niederschlägen. Hier ist von Ertragsminderungen von bis zu 15 Prozent die Rede. Da helfen auch beschichtete Deckgläser nicht viel weiter, da diese Beschichtungen dem Abrieb über viele Jahre nicht Stand halten.

Ratschläge des Herstellers beachten

Entscheidet sich der Betreiber einer Anlage für eine Reinigung, sollte er sich strikt an die Vorgaben des Herstellers halten. Denn dieser hat idealerweise in zahlreichen Tests erprobt, wie seine Module am besten zu handhaben sind. Meist sind solche Vorgaben auch Teil der Garantiebedingungen. Wenn der Betreiber nicht riskieren will, dass die Garantie erlischt, sollte er den Anweisungen des Herstellers unbedingt Folge leisten.

SCHOTT Solar empfiehlt zum Beispiel, dass Solarstrommodule nur von Fachpersonal gereinigt werden – am besten gleich von einer spezialisierten Reinigungsfirma. Auf keinen Fall dürfen die Module dabei betreten oder anderweitig mechanisch belastet werden. Geeignete Utensilien sind ein weicher Schwamm oder Lappen, aber auch weiche Spezialbürsten mit abgerundeten Borsten. Diese können die Reinigung unterstützen, während die Module mit viel Wasser abgespült werden. Dieses Wasser ist am besten entmineralisiert, da sich dann kein Kalk auf den Moduloberflächen ablagert. Entmineralisiertes Wasser lässt sich aus Stadtwasser gewinnen, und zwar mit der Hilfe von Mischbett-Harz-Patronen, wie man sie von Reinigungsgeräten für die Fassadenreinigung kennt. Es sollte eine Leitfähigkeit kleiner 50µS/cm aufweisen.

Stromführende Teile wie Anschlussdose, Kabelverbindungen und Stecker dürfen dem Wasserstrahl nicht ausgesetzt oder mechanisch, beispielsweise durch eine Reinigungsbürste, belastet werden. In jedem Fall tabu sind Hochdruckreiniger: Gleiches gilt für harte Gegenstände sowie scheuernde oder scharfe Reinigungsmittel – und zwar nicht nur, weil die Module Schaden nehmen könnte, sondern auch der Gewässervorschriften wegen. Da diese regional sehr unterschiedlich ausfallen, sollte man sich vor dem Start der Reinigungsaktion damit auseinandersetzen. Unter scharfen Reinigungsmitteln versteht man

  • starke Laugen und alkalische Reinigungsmittel mit einem pH-Wert > 9
  • starke Säuren (pH < 4)
  • fluoridhaltige Mittel
  • umweltunverträgliche organische Lösungsmittel wie Benzin, Terpentin, Aceton

Der Zustand der Anlage, sowohl technisch als auch in puncto Verschmutzung, sollte vor der Reinigung geprüft und dokumentiert werden.

Aufwand je nach Installationsart

Viele Aspekte gibt es zu beachten. Daher haben sich mittlerweile zahlreiche Dienstleister auf die Reinigung von Solarmodulen spezialisiert. Wenn möglich, verwenden sie dazu Spezialbürsten mit langen Teleskopstangen vom Boden aus. Alternativ kommen Arbeitsbühnen oder auch Roboter zum Einsatz. Meist verzichten sie völlig auf chemische Reiniger, um sowohl die Module als auch die Umwelt zu schonen.

Die Reinigungskosten werden meist pro Quadratmeter erhoben und hängen vor allem von der Installationsart ab. Anlagen auf Freiflächen sind leichter zugänglich als auf dem Dach oder an Fassaden in großen Höhen. Ebenfalls wichtig sind die örtlichen Gegebenheiten sowie die Anlagengröße. Meist liegen die Kosten bei 2 bis 3 Euro pro Quadratmeter für das erste Reinigen und etwa der Hälfte für fest vereinbarte Folgebesuche. Teilweise kommen Anfahrtspauschalen hinzu. Mit etwas Rechenaufwand lässt sich herausfinden, ob sich das regelmäßige Reinigen tatsächlich lohnt. Auf jeden Fall bieten die klar definierten Richtlinien, die Hersteller wie SCHOTT Solar ihren Kunden an die Hand geben, wertvolle Unterstützung bei diesem Vorhaben.

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