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Sie sehen den Artikel: Solarkraftwerke – Aus konzentrierter Sonnenenergie entsteht zunächst Wärme, dann Strom. Veröffentlicht am: 03.03.2010
 

Solarkraftwerke – Aus konzentrierter Sonnenenergie entsteht zunächst Wärme, dann Strom

 

In weniger als einer Stunde sendet die Sonne nach Angaben der Fraunhofer- Gesellschaft (FhG) soviel Energie auf die Erde, wie wir Menschen in einem Jahr verbrauchen1). In Zeiten knapper und teurer fossiler Rohstoffe gilt es, diese regenerative Energiequelle verstärkt nutzbar zu machen, und zwar auch durch Solarkraftwerke auf Basis der Concentrated Solar Power Technologie (CSP).

 

Während die Photovoltaik eine Technik zur dezentralen Nutzung der Sonnenenergie ist, liegt die Stärke von Solarkraftwerken in der zentralen Energieerzeugung. Allein in den unbesiedelten Wüsten Nordafrikas ließe sich nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme (FhG ISE) ein Vielfaches des europäischen Strombedarfs erzeugen2). Damit sind Solarkraftwerke eine bedeutende Technologieoption für einen nachhaltigen Energiemix der Zukunft. Sie werden voraussichtlich unmittelbar zur CO2-Minderungsstrategie der Europäischen Union beitragen. Nach einer Greenpeace-Studie spart jede Kilowattstunde Solarstrom etwa 0,6 kg CO2, damit könnte durch den Einsatz von Solarkraftwerken weltweit bis 2020 die Emission von rund 154 Millionen Tonnen CO2 verhindert werden3).

 

Einfache Funktionsweise und bewährte Technologie

Solarkraftwerke mit Parabolrinnentechnologie sind Dampfkraftwerke, die aus Wärme Strom erzeugen. Die Sonne liefert dabei die Energie, die nötig ist, um die Turbinen anzutreiben. Im Solarfeld des Kraftwerks konzentrieren parabolisch geformte und in langen Reihen angeordnete Spiegel die einfallenden Sonnenstrahlen bis zu 80-fach auf ein Absorberrohr, in dem ein Wärmeträger auf rund 400 Grad Celsius erhitzt wird. Im zentralen Kraftwerksblock wird dann in einem Wärmetauscher der Dampf erzeugt, der eine konventionelle Dampfturbine antreibt. Moderne Speichertechnik macht den Solarstrom bei ungünstigem Wetter und in der Nacht verfügbar: Der im Solarfeld umlaufende Wärmeträger ist ein Speicher, der kurzfristige Bewölkungsphasen überbrücken kann. Salzspeicher gewährleisten zusätzlich eine verlässliche Stromversorgung über viele Stunden, in denen die Sonne nicht scheint. Damit ist diese Technologie interessant für eine kontinuierliche Stromerzeugung. Durch die Anwendung der Speichertechnik kann die Turbine außerdem sehr lange unter Volllast und dadurch mit einem hohen Wirkungsgrad laufen.

 

Neue Maßstäbe für Solarkraftwerke

Die Qualität des Absorberrohres ist ausschlaggebend dafür, wie wirkungsvoll das Solarkraftwerk arbeitet. Das Absorberrohr muss möglichst viel Sonnenstrahlung absorbieren und darf fast keine Wärme abstrahlen.

Zukünftige Solarfelder sollen entweder direkt Dampf erzeugen oder Salzschmelzen statt Thermoöl als Wärmeträger verwenden, um den Kraftwerksprozess bei mindestens 500 Grad Celsius und dadurch mit höheren Wirkungsgraden betreiben zu können. Auf diese Weise lässt sich Solarstrom noch günstiger herstellen.

 

Gute Voraussetzungen

Solarkraftwerke sind besonders effizient bei einer hohen Sonneneinstrahlung. Sie bieten deshalb nicht nur den südlichen Mitgliedstaaten der EU, sondern auch vielen wirtschaftlich benachteiligten Regionen im Sonnengürtel der Erde gute Entwicklungschancen. Angesichts des drohenden Klimawandels wird durch Solarkraftwerke eine Möglichkeit eröffnet, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung gerade in diesen Ländern erheblich zu erhöhen. Als Dampfkraftwerke sind Solarkraftwerke mit fossilen Energiequellen oder Biomasse kombinierbar: Parabolrinnen-Solarfelder lassen sich an konventionelle Kraftwerke ankoppeln. Gerade im Sonnengürtel der Erde kann damit eine sichere Energieversorgung mit hohem Solaranteil realisiert werden.

 

Quellen: 1) FHG Magazin, 2/2008; 2) FhG ISE, Solar Thermal Power Generation, 7/2003; 3) Greenpeace, Solar Generation II, 10/2004.


 

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