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Sie sehen den Artikel: Die moderne Schatztruhe. Veröffentlicht am: 05.01.2006
 
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Anwenderbericht

 

Die moderne Schatztruhe

 

Die InkaGold-Ausstellung in der Völklinger Hütte wird mit Netzwerkkameras gesichert

 

Eine Ausstellung mit einmaligen Exponaten in einem außergewöhnlichen Ambiente zu organisieren, ist eine Herausforderung für sich. Die Pressebewertung “unbedingt sehenswert” eine schöne Belohnung für die viele Mühe. Die InkaGold-Ausstellung der Trägergesellschaft “Weltkulturerbe Völklinger Hütte – Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur GmbH”, die erlesene Goldexponate aus Peru umfasst, hatte von Anfang an gute Aussichten auf dieses Prädikat. Zuvor standen die Organisatoren jedoch vor der Aufgabe, die unersetzlichen Stücke optimal zu sichern. Neben einer Alarmanlage und dem Wachschutz sollte ein Videoüberwachungssystem die Sicherheitsmaßnahmen komplettieren. Bei der Suche nach einer geeigneten Lösung für das “Museum der anderen Art” – auf dem Gelände eines ehemaligen Eisen-werkes – wurde die Trägergesellschaft auf die Netzwerkkamera-Technologie der Kaiserslauterer Mobotix AG aufmerksam.

 

Prächtige Kronen, wertvoller Schmuck, kostbare Diademe – umgeben von riesigen, ölig-schwarzen Maschinen aus Eisen: So sieht eine Ausstellung aus, die glänzendes Gold in einem still gelegten Industriebetrieb zeigt. Die Völklinger Hütte ist weltweit das einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung. Bis 1986 wurde hier in den sechs Hochöfen Eisen gekocht, dann wurde das Zentrum für Roheisenerzeugung aufgegeben. Im Jahr 1994 klassifizierte die UNESCO das Industriedenkmal als Weltkulturerbe, seitdem lockt das still gelegte Eisenwerk jährlich Tausende von Besuchern an. Die Trägergesellschaft “Weltkulturerbe Völkinger Hütte” hat dabei die Aufgabe, das Denkmalensemble zu erhalten und das Thema “Industriekultur im Spannungfeld von Kunst und Gesellschaft” einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Jüngstes Kunststück dieser Art: Die InkaGold-Ausstellung.

 

Inka-Gold neben Industrie-Eisen

 

Dem Ausstellungsexperten und Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte Dr. Meinrad Maria Grewenig ist es gelungen, 120 Meisterwerke aus dem Larco Museum Peru und 50 weitere Exponate aus dem Linden-Museum Stuttgart in die einzigartige Atmosphäre der 6.000 Quadratmeter großen Gebläsehalle der Eisenhütte zu holen. Die wertvollen Ausstellungsgegenstände warfen neben der Freude an der Kultur auch eine sehr nüchterne Frage auf: Wie sollten die Kunstschätze gegen Langfinger gesichert werden? “Es darf nichts passieren!” lautete die Maxime von Arno Harth, Verwaltungsleiter der Trägerschaft. Die Installation einer hoch sensiblen Alarmanlage und das Engagieren eines Wachschutzes waren verhältnismäßig unproblematisch. “Mehr Kopfschmerzen bereitete uns die Suche nach dem idealen System für die Videoüberwachung”, erinnert sich der Verwaltungsleiter. “Denn hier musste gleich eine ganze Reihe von Problemen gelöst werden.”

 

Videoüberwachung bei Kerzenschein?

 

Zum einen konnte man auf dem Gelände der Eisenwerkes aus Denkmalschutzgründen nicht beliebig zusätzliche Kabel verlegen. Stattdessen sollte das Videoüberwachungs-System das auf dem Gelände bereits installierte Computer-Netzwerk aus Glasfaser- und Kupferkabel verwenden – jedoch ohne andere Netzwerk-User zu beeinträchtigen. Eine analoge Kamera schied unter diesen Voraussetzungen von vornherein aus.

Zugleich sollten die Kameras möglichst unauffällig angebracht werden. Problematisch war auch die Lichtsituation: Ausstellungsschätze wie der südamerikanische Federschmuck dürfen maximal einer Beleuchtung von 50 Lux ausgesetzt werden – das entspricht einer Helligkeit von 50 Teelichtern. Darüber hinaus “schluckte” das in tiefem blau und violett gehaltene Ambiente der Ausstellungsräume sehr viel Rotanteil im Licht. Große Herausforderungen für den modernen Hightec-Nachfolger einer Schatztruhe.

 

Scharfe Bilder auch im Halbdunkel

 

“Die Lösung lag näher als wir dachten”, erinnert sich Arno Harth. “Bei einer Produktmesse, für die wir unsere Gebläsehalle zwischenzeitlich vermietet hatten, stellte die Firma Encom medical Consulting die IP-Kameras von Mobotix vor. Der für die Fachplanung zuständige Ingenieur wurde auf das System aufmerksam und es zeigte sich, dass damit sämtliche Probleme gelöst werden konnten.”

 

Die Netzwerkkameras des Kaiserslauterer Herstellers lassen sich – ähnlich wie ein Drucker – einfach in ein vorhandenes Computernetzwerk einbinden. Mit Hilfe von diffusen Acht-Watt-Infrarotscheinwerfern und einem hochempfindlichen Low-Light- und Infrarot-Sensor generieren die speziellen Tag-Nacht-Kameras scharfe, hoch auflösende Schwarz-Weiß-Bilder. Steht mehr Licht zur Verfügung, schalten die Geräte automatisch von ihrem Nacht- auf das Tagesobjektiv mit Farbdarstellung um. Für die von der blau-violetten Farbgestaltung “verschluckten” Rotanteile bieten die Mobotix-Kameras besondere Farbkorrektur-Mechanismen an. Zudem verfügen sie über eine hohe Bildauflösung von 1280 x 960 Bildpunkten. Die Bildqualität der Aufnahmen ist damit auch unter schwierigen Bedingungen gesichert.

 

Für den Ernstfall gerüstet

 

Darüber hinaus bieten die Mobotix-Kameras komfortable Aufzeichnungs-funktionen. Die Kameras können bei Bedarf dank ihrer Sensoren selbstständig Bewegungen und Geräusche erkennen. Solche “Ereignisse” übermitteln sie eigenständig an den gewünschten Speicherort – inklusive Datum- und Uhrzeitangabe. Als Videoclip können die Bilder dann über Monate hinweg gespeichert werden. Bei Bedarf lässt sich eine Sequenz schnell finden und per E-Mail an die Polizei weiterleiten. Vorteil dieser ereignisgesteuerten Aufzeichnung ist vor allem der geringe Speicherplatz, den dieses Verfahren benötigt. Eine Überlastung des Netzwerkes lässt sich mit dieser Technologie ebenso verhindern wie eine Beeinträchtigung anderer Netzwerk-User. Außerdem können mehrere autorisierte Mitarbeiter gleichzeitig sämtliche Kamerabilder an ihrem PC über einen Standard-Internetbrowser betrachten. Dies vereinfacht die Überwachung zusätzlich. “Die Vielzahl der Vorteile sprach eindeutig für die Verwendung des Mobotix-Systems”, resümiert Verwaltungsleiter Harth. Die vier Mobotix-Kameras wurden von Encom medical Consulting innerhalb von nur 24 Stunden an zentralen Stellen in den Ausstellungsräumen installiert und in Betrieb genommen.

 

Ausblick in die Zukunft

 

Und auch die Ausstellung lief wie am Schnürchen: Über 150.000 Besucher haben bis April 2005 das InkaGold in der außergewöhnlichen Atmosphäre bewundert. Die Trägergesellschaft denkt nun darüber nach, generell auf dem weitläufigen Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte die Sicherheit und den Vandalismusschutz durch Videoüberwachung zu erhöhen. Neben einem Multimedia-Raum stehen zahlreiche Treppenhäuser, Aussichtsplattformen und größere Fluchten im Mittelpunkt der Überlegungen. Insgesamt werden rund 30 weitere Kameras benötigt. “Nach den positiven Erfahrungen in der InkaGold-Ausstellung spricht alles dafür, dass wir auch bei diesen Aufgaben Mobotix-Technologie einsetzen”, meint Arno Harth.

 

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<< Infobox: Verwendete Hardware bei der Ausstellung „InkaGold“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte >>

 

Kameras: 

4 Mobotix M10-DN

 

Licht:

6 integrierte Infrarotscheinwerfer pro Kamera, je 8 Watt, diffus

 

Server:

Pentium 4, 3 GHz mit Suse Linux 8.2; 512 MB RAM, 2 x 80 GB HDD

 

Switches:

Bereits existente Glasfaser- und Kupfer-Switches, 1 zusätzlicher 16-Port-Switch

 

Stromversorgung:

Einspeisung über Ethernet, USV-gesichert

 

 

<< Infobox: Mobotix AG >>

 

Hauptsitz:

MOBOTIX AG

Luxemburger Strasse 6

D-67657 Kaiserslautern

Tel.: +49-631-3033-111

Fax: +49-631-3033-190

Internet: www.mobotix.com

 

Niederlassungen:

Columbia, South Carolina (USA)

 

Vorstand und Gruender:

Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker

 

Mitarbeiter:

zirka 60 in Deutschland und 4 in USA

 

Umsatzentwicklung: 

Im Geschaeftsjahr 2004/2005 erzielte Mobotix Umsatz von 12,1 Millionen Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 44 Prozent gegenueber dem Vorjahr. Die Exportquote liegt derzeit bei 46 Prozent. Die Gewinnzone erreichte Mobotix bereits im letzten Quartal 2002.

 

Installationen:

Ueber 50.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme bis Ende 2005

 

Vertrieb:

Indirekter Vertrieb ueber 125 Partner in 60 Laendern sowie den Fachhandel

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