Anwenderbericht
Die moderne Schatztruhe
Die InkaGold-Ausstellung
in der Völklinger Hütte wird mit Netzwerkkameras gesichert
Eine Ausstellung mit
einmaligen Exponaten in einem außergewöhnlichen Ambiente zu organisieren, ist
eine Herausforderung für sich. Die Pressebewertung “unbedingt sehenswert” eine
schöne Belohnung für die viele Mühe. Die InkaGold-Ausstellung der
Trägergesellschaft “Weltkulturerbe Völklinger Hütte – Europäisches
Zentrum für Kunst und Industriekultur GmbH”, die erlesene Goldexponate aus Peru
umfasst, hatte von Anfang an gute Aussichten auf dieses Prädikat. Zuvor standen
die Organisatoren jedoch vor der Aufgabe, die unersetzlichen Stücke optimal zu
sichern. Neben einer Alarmanlage und dem Wachschutz sollte ein
Videoüberwachungssystem die Sicherheitsmaßnahmen komplettieren. Bei der Suche
nach einer geeigneten Lösung für das “Museum der anderen Art” – auf dem
Gelände eines ehemaligen Eisen-werkes – wurde die Trägergesellschaft auf
die Netzwerkkamera-Technologie der Kaiserslauterer Mobotix AG aufmerksam.
Prächtige Kronen, wertvoller
Schmuck, kostbare Diademe – umgeben von riesigen, ölig-schwarzen
Maschinen aus Eisen: So sieht eine Ausstellung aus, die glänzendes Gold in
einem still gelegten Industriebetrieb zeigt. Die Völklinger Hütte ist weltweit
das einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der
Industrialisierung. Bis 1986 wurde hier in den sechs Hochöfen Eisen gekocht,
dann wurde das Zentrum für Roheisenerzeugung aufgegeben. Im Jahr 1994
klassifizierte die UNESCO das Industriedenkmal als Weltkulturerbe, seitdem
lockt das still gelegte Eisenwerk jährlich Tausende von Besuchern an. Die
Trägergesellschaft “Weltkulturerbe Völkinger Hütte” hat dabei die Aufgabe, das
Denkmalensemble zu erhalten und das Thema “Industriekultur im Spannungfeld von
Kunst und Gesellschaft” einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Jüngstes
Kunststück dieser Art: Die InkaGold-Ausstellung.
Inka-Gold neben Industrie-Eisen
Dem Ausstellungsexperten und
Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte Dr. Meinrad Maria Grewenig
ist es gelungen, 120 Meisterwerke aus dem Larco Museum Peru und 50 weitere
Exponate aus dem Linden-Museum Stuttgart in die einzigartige Atmosphäre der
6.000 Quadratmeter großen Gebläsehalle der Eisenhütte zu holen. Die wertvollen
Ausstellungsgegenstände warfen neben der Freude an der Kultur auch eine sehr
nüchterne Frage auf: Wie sollten die Kunstschätze gegen Langfinger gesichert
werden? “Es darf nichts passieren!” lautete die Maxime von Arno Harth,
Verwaltungsleiter der Trägerschaft. Die Installation einer hoch sensiblen
Alarmanlage und das Engagieren eines Wachschutzes waren verhältnismäßig
unproblematisch. “Mehr Kopfschmerzen bereitete uns die Suche nach dem idealen
System für die Videoüberwachung”, erinnert sich der Verwaltungsleiter. “Denn
hier musste gleich eine ganze Reihe von Problemen gelöst werden.”
Videoüberwachung bei Kerzenschein?
Zum einen konnte man auf dem Gelände der Eisenwerkes aus
Denkmalschutzgründen nicht beliebig zusätzliche Kabel verlegen. Stattdessen
sollte das Videoüberwachungs-System das auf dem Gelände bereits installierte
Computer-Netzwerk aus Glasfaser- und Kupferkabel verwenden – jedoch ohne
andere Netzwerk-User zu beeinträchtigen. Eine analoge Kamera schied unter
diesen Voraussetzungen von vornherein aus.
Zugleich sollten die Kameras möglichst unauffällig angebracht
werden. Problematisch war auch die Lichtsituation: Ausstellungsschätze wie der
südamerikanische Federschmuck dürfen maximal einer Beleuchtung von 50 Lux
ausgesetzt werden – das entspricht einer Helligkeit von 50 Teelichtern.
Darüber hinaus “schluckte” das in tiefem blau und violett gehaltene Ambiente
der Ausstellungsräume sehr viel Rotanteil im Licht. Große Herausforderungen für
den modernen Hightec-Nachfolger einer Schatztruhe.
Scharfe Bilder auch im Halbdunkel
“Die Lösung lag näher als wir dachten”, erinnert sich Arno
Harth. “Bei einer Produktmesse, für die wir unsere Gebläsehalle
zwischenzeitlich vermietet hatten, stellte die Firma Encom medical Consulting
die IP-Kameras von Mobotix vor. Der für die Fachplanung zuständige Ingenieur
wurde auf das System aufmerksam und es zeigte sich, dass damit sämtliche
Probleme gelöst werden konnten.”
Die Netzwerkkameras des Kaiserslauterer Herstellers lassen
sich – ähnlich wie ein Drucker – einfach in ein vorhandenes
Computernetzwerk einbinden. Mit Hilfe von diffusen
Acht-Watt-Infrarotscheinwerfern und einem hochempfindlichen Low-Light- und
Infrarot-Sensor generieren die speziellen Tag-Nacht-Kameras scharfe, hoch
auflösende Schwarz-Weiß-Bilder. Steht mehr Licht zur Verfügung, schalten die
Geräte automatisch von ihrem Nacht- auf das Tagesobjektiv mit Farbdarstellung
um. Für die von der blau-violetten Farbgestaltung “verschluckten” Rotanteile
bieten die Mobotix-Kameras besondere Farbkorrektur-Mechanismen an. Zudem
verfügen sie über eine hohe Bildauflösung von 1280 x 960 Bildpunkten. Die
Bildqualität der Aufnahmen ist damit auch unter schwierigen Bedingungen
gesichert.
Für den Ernstfall gerüstet
Darüber hinaus bieten die Mobotix-Kameras komfortable Aufzeichnungs-funktionen.
Die Kameras können bei Bedarf dank ihrer Sensoren selbstständig Bewegungen und
Geräusche erkennen. Solche “Ereignisse” übermitteln sie eigenständig an den
gewünschten Speicherort – inklusive Datum- und Uhrzeitangabe. Als Videoclip
können die Bilder dann über Monate hinweg gespeichert werden. Bei Bedarf lässt
sich eine Sequenz schnell finden und per E-Mail an die Polizei weiterleiten.
Vorteil dieser ereignisgesteuerten Aufzeichnung ist vor allem der geringe
Speicherplatz, den dieses Verfahren benötigt. Eine Überlastung des Netzwerkes
lässt sich mit dieser Technologie ebenso verhindern wie eine Beeinträchtigung
anderer Netzwerk-User. Außerdem können mehrere autorisierte Mitarbeiter
gleichzeitig sämtliche Kamerabilder an ihrem PC über einen
Standard-Internetbrowser betrachten. Dies vereinfacht die Überwachung
zusätzlich. “Die Vielzahl der Vorteile sprach eindeutig für die Verwendung des
Mobotix-Systems”, resümiert Verwaltungsleiter Harth. Die vier Mobotix-Kameras
wurden von Encom medical Consulting innerhalb von nur 24 Stunden an zentralen
Stellen in den Ausstellungsräumen installiert und in Betrieb genommen.
Ausblick in die Zukunft
Und auch die Ausstellung lief wie am Schnürchen: Über 150.000
Besucher haben bis April 2005 das InkaGold in der außergewöhnlichen Atmosphäre
bewundert. Die Trägergesellschaft denkt nun darüber nach, generell auf dem
weitläufigen Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte die Sicherheit und
den Vandalismusschutz durch Videoüberwachung zu erhöhen. Neben einem Multimedia-Raum
stehen zahlreiche Treppenhäuser, Aussichtsplattformen und größere Fluchten im
Mittelpunkt der Überlegungen. Insgesamt werden rund 30 weitere Kameras
benötigt. “Nach den positiven Erfahrungen in der InkaGold-Ausstellung spricht
alles dafür, dass wir auch bei diesen Aufgaben Mobotix-Technologie einsetzen”,
meint Arno Harth.
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<< Infobox: Verwendete Hardware bei der Ausstellung
„InkaGold“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte >>
Kameras:
4 Mobotix M10-DN
Licht:
6 integrierte Infrarotscheinwerfer pro Kamera, je 8 Watt,
diffus
Server:
Pentium 4, 3 GHz mit Suse Linux 8.2; 512 MB RAM, 2 x 80 GB
HDD
Switches:
Bereits existente Glasfaser- und Kupfer-Switches, 1
zusätzlicher 16-Port-Switch
Stromversorgung:
Einspeisung über Ethernet, USV-gesichert
<< Infobox: Mobotix AG >>
Hauptsitz:
MOBOTIX AG
Luxemburger Strasse 6
D-67657 Kaiserslautern
Tel.: +49-631-3033-111
Fax:
+49-631-3033-190
Internet:
www.mobotix.com
Niederlassungen:
Columbia, South
Carolina (USA)
Vorstand und Gruender:
Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker
Mitarbeiter:
zirka 60 in Deutschland und 4 in USA
Umsatzentwicklung:
Im Geschaeftsjahr 2004/2005 erzielte Mobotix Umsatz von 12,1
Millionen Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 44 Prozent gegenueber dem
Vorjahr. Die Exportquote liegt derzeit bei 46 Prozent. Die Gewinnzone erreichte
Mobotix bereits im letzten Quartal 2002.
Installationen:
Ueber 50.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme bis Ende
2005
Vertrieb:
Indirekter Vertrieb ueber 125 Partner in 60 Laendern sowie
den Fachhandel