Bring Your Own Device: Private Endgeräte im Unternehmensnetzwerk
Lizenzrechtlich und technisch abgesichert
Der Trend, private Endgeräte auch beruflich zu nutzen, scheint sich immer weiter durchzusetzen. Laut aktueller Studie nutzen heute bereits 32 Prozent der Mitarbeiter ihren privaten Laptop geschäftlich – bei privaten Smartphones sind es immerhin schon 27 Prozent. Das Marktforschungsinstitut Gartner geht davon aus, dass bis 2014 in rund 90 Prozent aller Unternehmen Business-Anwendungen auf mitgebrachten Endgeräten laufen. Kein Wunder, schließlich profitieren alle davon: Arbeitnehmer können ihre aus dem Privatleben gewohnten Devices auch beruflich nutzen und Unternehmen positionieren sich als attraktive Arbeitgeber – und sparen Hardware-Kosten. Anspruchsvoll wird es neben der technischen Umsetzung aber vor allem beim Thema Lizenzmanagement.
Wie bekommen Unternehmen das Management von Softwarelizenzen vor diesem Hintergrund in den Griff? Generell ist beim Bring your own Device-Modell der Bedarf nur schwer einzuschätzen. Unternehmen müssen hier besonders darauf achten, dass die eingesetzte Software richtig lizenziert ist. Auf manchen privaten Computern, Smartphones und Tablets ist das beim gewerblichen Einsatz möglicherweise nicht der Fall: Zum Beispiel, wenn Programme zwar privat kostenlos genutzt werden dürfen, im Unternehmenseinsatz aber kostenpflichtig sind. Diese lizenzrechtlichen Stolpersteine müssen im Einzelfall sehr genau geprüft werden.
In diesem Kontext ebenfalls interessant: Welcher Mitarbeiter darf welche Anwendungen nutzen? Technisch ist es zwar möglich, dass alle Mitarbeiter alle Applikationen verwenden dürfen, aber aus Kostengründen ist dieses Modell eigentlich nicht umsetzbar. Gerade wenn man bedenkt, dass bereits heute 30 Prozent der IT-Kosten durch Software verursacht werden. Um diese Kosten in den Griff zu bekommen und die Installation von Unternehmenssoftware auf privaten Endgeräten zu vereinfachen, bieten sich virtuelle
Desktops an. Der Benutzer kann sich aus einem Pool von Applikationen seine speziellen Software-Wünsche selbst erfüllen. Dabei ist die Software nicht auf dem Endgerät selbst, sondern auf der virtuellen Infrastruktur installiert. So bleiben die Anwendungen im Unternehmen und lassen sich lizenzrechtlich besser verwalten. Darüber hinaus haben viele Softwarehersteller mittlerweile Pay per Use-Modelle entwickelt, bei dem Unternehmen die Anwendungslizenz für einen bestimmten Zeitraum mieten und nach Nutzung bezahlen, unabhängig davon, mit welchem Gerät sie zugreifen. Damit sind Unternehmen lizenzrechtlich auf der sicheren Seite.
Dr. Bernhard Schweitzer, Director Services Insight Deutschland
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