Artikel für
Dezember-Ausgabe Banken und Sparkassen
„Kernbankensysteme können auch Outsourcing“
Kernbankensysteme treiben
strategisches Outsourcing voran
bank21 ebnet den
Weg zu neuen, Ertrag steigernden Geschäftsmodellen im genossenschaftlichen
FinanzVerbund
Der Druck auf die
Banken lässt nicht nach. Es gilt nach wie vor, Prozesse und Strukturen vor dem
Hintergrund notwendiger Kosteneinsparungen und neuen Ertragspotenzialen zu
überprüfen. Das Auslagern von Standard-Geschäftsprozessen steht bei den Banken
daher hoch im Kurs. Vor allem im genossenschaftlichen FinanzVerbund entstehen
sukzessive neue Geschäftsmodelle zwischen Banken und Instituten. Diese
Entwicklung wäre ohne ein dafür konzipiertes Kernbankensystem nicht in diesem
Tempo möglich. Die GAD eG, Spezialist für Banken-IT, stellt mit dem Kernbankensystem
„bank21“ eine ausgereifte Plattform zur Verfügung, die sowohl technisch als
auch fachlich den Weg für unterschiedliche Outsourcing-Modelle oder
Backoffice-Konzepte im FinanzVerbund bereitet.
bank21 bietet den
Kunden der GAD eine Vielzahl von Möglichkeiten, um ihr Geschäftsprozess-Management
individuell zu gestalten. Annähernd 100 Banken unterhalten inzwischen
Inhouse-Marktservice-Center, oft verknüpft mit der Auftrags-Kurzerfassung von
bank21. Zusätzlich gibt es über 20 Kooperationen von Banken, die
unterschiedliche Themen wie Recht, Revision, Organisation, Rechnungswesen,
Marktfolge oder Marketing gemeinsam bearbeiten. Mehr als 40 Banken sind über
bank21 mit Service-Gesellschaften verbunden, die als Outsourcing-Dienstleister
tätig sind.
Ein regionales
Outsourcing-Modell ist die VR BankenService GmbH & Co. KG. In 2006 von der GAD
eG, der WGZ BANK AG sowie die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold als regionale
Servicegesellschaft gegründet, übernimmt sie auf der Basis von bank21 derzeit
für mehr als 30 Volks- und Raiffeisenbanken mit über einer Million Kunden in
allen Marktfolge-Tätigkeiten. Die Banken profitieren einerseits von
Qualitätssteigerungen durch die Spezialisierung und andererseits von
Kosteneinsparungen durch die Bündelung von Massen. So bringt beispielsweise die
Auslagerung von Backoffice-Tätigkeiten im Volumen-starken Zahlungsverkehr den
Banken signifikante Produktivitätsvorteile von bis zu 50 Prozent. Dies ist vor
allem darauf zurückzuführen, dass Bankmitarbeiter nicht mehr für
Ressourcen-bindende Standard-Prozesse eingesetzt werden müssen und mehr
Freiräume für Beratertätigkeiten haben.
4.600 Stunden mehr
für die Beratung dank inhouse MarktServiceCenter
Die Volksbank Rhein-Ruhr
eG in Duisburg, hat schon früh Marktfolge-Tätigkeiten in einem internen
MarktServiceCenter gebündelt und steht heute vor der Gründung einer eigenen
Servicegesellschaft.
Eine höhere Effizienz
in der Kundenberatung und eine höhere Datenqualität waren nur einige der Ziele,
die 2002 den Ausschlag für den Aufbau eines internen MarktServiceCenters gaben.
Die Vertriebsmitarbeiter sollten von Backoffice-Tätigkeiten entlastet werden
und die gesparte Zeit für Beratung und Verkauf nutzen. Bereits nach den ersten
Jahren sprachen die Ergebnisse für sich: Die Nettomarktzeit erhöhte sich
spürbar; die Geschäftsstellen hatten insgesamt 4.600 Stunden mehr Zeit für ihre
Kunden. Daraus ergab sich auch eine nachhaltige Verbesserung des Betriebsergebnisses.
Höhere Datenqualität
und effizientes Prozessmanagement
Mit der Bündelung der
Backoffice-Tätigkeiten in einem internen MarktServiceCenter verbesserte sich
auch die Qualität der vorhandenen Kundendaten. Rund 150 Mitarbeiter sind in der
Kundenberatung tätig und haben in der Vergangenheit jeweils eigenständig und
uneinheitlich den Datenbestand gepflegt. Änderungen waren bei der Anzahl der
Zugriffsberechtigten nicht nachzuvollziehen. Die Konsequenz der Bank wird
dadurch unterstrichen, dass sie schon frühzeitig den Marktmitarbeitern die
Kompetenz für die Eingabe von Daten in den juristischen Bereich entzogen hat.
Der Markt übermittelt
ein prozessgesteuertes Ticket an das MarktServiceCenter; hier werden die Daten
schnittstellenfrei in den juristischen Bereich übernommen. Datenänderungen
können nachvollzogen werden und halten damit auch Compliance-Richtlinien stand.
Wie sich Prozesse mit
der Bündelung von Backoffice-Tätigkeiten straffen lassen und diese sich auf die
unterschiedlichsten Bereiche der Bank auswirken, zeigt das einfache Beispiel der
Scheckausgabe in den Filialen. Dies war einer der ersten Prozesse, die 2002
optimiert wurden. Stand vor der Gründung des internen MarktServiceCenters in
jeder Filiale ein Scheck-Codierer, wird diese Dienstleistung jetzt zentral von
einer Person erbracht. Dadurch konnte die Volksbank Rhein-Ruhr 22
Wartungsverträge kündigen, es wird nur noch ein Scheckbestand geführt,
Prüfungen der Revision und Nachforschungen erfolgen nur noch an einer Stelle. An
diesem Prozess werden nach dem Vorbild der Industrie Effekte in der
Kosteneffizienz, der Durchlaufgeschwindigkeit, der Qualität und der
Standardisierung deutlich.
Transparenz in der
Produktion
Ein wesentlicher
Bestandteil des internen MarktServiceCenters der Volksbank Rhein-Ruhr ist die
permanente Optimierung der Prozesse. Gemessen wird der Erfolg dieser Tätigkeit
durch das Prozesscontrolling unter bank21. Die durchschnittlichen
Bearbeitungszeiten sind nicht nur Basis für ein internes Benchmarking, sondern
gelten auch für den Vergleich mit anderen Banken. Die Volksbank Rhein-Ruhr kann
genau feststellen, welches Ticket an welchem Wochentag zu welcher Uhrzeit kommt
und von welchem Mitarbeiter in welcher Zeit bearbeitet wird. Die sogenannten
Belastungsprofile sind die Basis für die Kapazitätenberechnung innerhalb des
MarktServiceCenters.
Outsourcing kennt
kaum Grenzen...
Seit Anfang 2009
arbeitet die Volksbank Rhein-Ruhr auch für andere Banken in der Region. Das
MarktServiceCenter übernimmt für die VR-Banken in Meerbusch und Dormagen
Aufgaben im Bereich der Markfolge Passiv/Dienstleistungen wie Kontenanlagen, Kartenbestellungen
und Vollmachten. Die Dienstleistung erstreckt sich dabei von der Übernahme der
Aufträge in den juristischen Bestand bis zum Unterlagenversand an den Endkunden
der Mandanten.
Outsourcing kennt nur
wenige Grenzen, daher arbeitet die Volksbank Rhein-Ruhr an einem Angebot zur
Bearbeitung von Vertriebsaufgaben. Aus ihrer Sicht eignet sich der von der GAD
in bank21 abgebildete „Vertriebszyklus“ gut für ein solches Sourcing-Modell.
Geplant ist beispielsweise, Marketing- und Vertriebskampagnen für andere Banken
durchzuführen. Konkret heißt das, Aufgaben von der Kampagnenerstellung bis zur
Terminvereinbarung zu übernehmen. Vor allem für Banken, die keine eigene zentrale
Vertriebssteuerung haben, lohnt sich die Vergabe von Vertriebsaufgaben an ein MarktServiceCenter.
...und bank21
agiert als „verlängerte Werkbank“
Die technologische
Basis für die Prozess-Standardisierung bildet das Kernbankensystem der GAD – bank21.
Das System versetzt Finanzinstitute und Dienstleistungsgesellschaften in die
Lage, als „verlängerte Werkbank“ zu agieren. bank21 ist so konzipiert, dass
über ein integriertes Mehrmandantensystem Prozesse ohne Medienbruch ausgelagert
werden können. Voraussetzung für die Zusammenarbeit zwischen Banken und
Servicegesellschaften ist damit der Mandantenvertrag. In ihm sind die
jeweiligen Kompetenzen und Prozessübergaben geregelt. Diese definieren, welcher
Mitarbeiter im Service-Center an welcher Stelle des Geschäftsprozesses eine
Zugriffsberechtigung erhält.
Die
technische Grundlage für das Service-Center bildet die
bank21-Auftragskurzerfassung (Ticketsystem). Die Bank kann die Standardtickets
in bank21 nutzen, individualisieren oder individuelle „Tickets“ erstellen und diese
Vorlagen archivieren. Die Tickets bilden die Grundlage für eine reibungslose
Übergabe von Prozessen vom Markt an den Dienstleister – intern wie extern. Im
Unterschied zum Marktstandard erhält der Auftragnehmer sämtliche Kurzaufträge
seiner Auftraggeber in nur einer Aufgabenliste, dem bank21-Aufgabenmanagement.
Grundsätzlich verfolgt
die GAD mit dem Kernbankensystem bank21 das Ziel, so viel Standardisierung wie
nötig und so viel Flexibilisierung wie möglich für die Banken bei der
Auslagerung von Prozessen zu schaffen.
Kernbankensysteme
spielen inzwischen eine strategische Rolle
bank21 verbindet die
Institute innerhalb des genossenschaftlichen FinanzVerbunds miteinander und
agiert als Integrationsplattform für alle Mitglieder. Damit hat bank21 die
Rolle von Kernbankensystemen neu definiert: die IT bereitet den Weg für eine
neue strategische Ausrichtung einer Bank und macht diese erst möglich.
So bot bank21 auch der
Volksbank Rhein-Ruhr die Chance, ihr MarktServiceCenter zur Servicegesellschaft
weiterzuentwickeln.
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